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Poetheologisches Onlinemagazin

Davon bitte zwei!

Empfehlung

Rodion Tamberg

π. Διονύσιος Ταμπάκης (Vater Dionysios Tabakis): Paradise Metal. Heat Crimes / Elhellel, Kassette und digital, April 2026.

Seid gegrüßt! Den absoluten Banger dieser Saison hat ein griechischer Priester aufgenommen: Vater Dionysios Tabakis aus Nafplio, der zu Hause und allein Musik macht. Es ist der letzte Hauch von Ruhe in diesem Sommer. Falls in diesem Jahr überhaupt jemand die Kali Yuga gesurft hat, dann er, ein Priester, von dem bis zum Frühjahr außerhalb seines YouTube-Kanals kaum jemand gehört hatte.

Als ich auf das Album stieß, hat mich vor allem überrascht, dass der Tod in der Ekstase der modernden Gegenwart offenbar noch nicht alles berührt hat, gerade jetzt, wo die ganze Welt in Flammen steht, Ukraine, Iran und wer weiß wo noch. Das schwarze Wasser, die vom Erdöl verfärbten Gewässer, die Melancholie selbst finden hier wie nie zuvor einen Grund weiterzufließen, unter den Resonanzen und Wellen eines Sounds, der nach der echten Nostalgie aller Zeiten klingt, in herabwölbenden Dampfwellen im Namen Gottes. Man hört darin eine Liebe zu den Menschen, die von der Zeit nicht zerstört werden kann, und diese Liebe verspottet die ganze Gesellschaft. Wer würde heute bei byzantinischem Kirchengesang und bei der Nemesis der Popkultur an einen Priester mit bundloser E-Gitarre denken? Davon bitte zwei!

Das ist echter Widerstand, ein Ruf, dass der Autor allen Theorien zum Trotz nicht gestorben ist. Es ist ein Grund zu wissen und zu glauben, dass man nicht allein ist, wie ein Blitz in der Wüste, unter dem ein einsames Schwert schimmert, im Namen aller Heiligen aller Konfessionen. Sogar Mormonen und Zeugen Jehovas dürfen dazu stoische Tränen weinen.

Mein Favorit unter allen Tracks ist «Χαῖρε, Παρθένε Σουμελά», ein Psaltotragoudo, gesungen von Evgenia Symela Armeni, ein pontisches Lied an die Gottesmutter von Soumela. Es beflügelt die Seele und erschüttert sie in ihren Tiefen wie eine Sturmbö, deren Wehen flüstert, das alles sei nicht vergeblich gewesen und in den Herzen glimme noch die Liebe.

Ich danke Vater Dionysios kniend dafür. Nichts wird zerstört, alles bleibt in der Ewigkeit.

Künstler: π. Διονύσιος Ταμπάκης (P. Dionysios Tabakis)
Album: Paradise Metal
Label: Heat Crimes (Athen) / Elhellel (Thessaloniki)
Format: Kassette, digital
Erschienen: April 2026
Empfohlener Track: «Χαῖρε, Παρθένε Σουμελά» (feat. Evgenia Symela Armeni)
Anhören: https://heatcrimes.bandcamp.com/album/paradise-metal

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